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Wollkrautblütenkäfer

Anthrenus verbasci

Wollkrautblütenkäfer

Der Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci) wird der Familie der Speckkäfer (Dermestidae) zugeordnet. Die Art gilt als Vorrats- und Materialschädling, da die Larven Vorräte und Textilien befallen. Die kleinen, bunten Käfer haben einen rundlichen bis kurzovalen Körper. Sie erreichen eine Länge von bis zu 3 mm.

Rücken- und Bauchseite sind dicht mit verschiedenfarbigen Schuppen besetzt. Sowohl auf dem Hinterrand, als auch auf den beiden Hinterecken des Halsschildes befinden sich weiße Schuppen. Auf den dunklen Flügeldecken befinden sich 3 weiße, wellenförmige Querbinden. Die letzten 3 Glieder der 11-gliedrigen Antennen sind vergrößert und bilden eine klar abgesetzte Fühlerkeule. Die Larven weisen am ganzen Körper verschieden lange Borsten und Borstenbüschel auf. Am Hinterende befindet sich ein Büschel sog. -Pfeilhaare-, die mit Widerhaken besetzt sind. Der Wollkrautblütenkäfer hat einen einjährigen Entwicklungszyklus. Die Käfer selbst leben nur rund 2 Wochen. Die Eiablage erfolgt i. d. R. Ende Mai bis Anfang Juni in Ritzen, Falten oder anderen geschützten Stellen direkt am Nahrungssubstrat. Die Fortbewegung der versteckt lebenden Larven erfolgt unregelmäßig und mehr oder weniger ruckartig. Sie ernähren sich von dem u. a. in Haaren und Federn enthaltenen Protein Keratin und befallen häufig Wollwaren, Teppiche, Polstermöbel, Felle, ausgestopfte Tiere oder Vogelbälge. Im Gegensatz zu den Pelzkäferlarven aus der Gattung Attagenus fressen die Larven der Anthrenus-Arten an den Haarspitzen von Fellen oder Pelzen. Daneben leben sie auch an verschiedenen tierischen Vorräten wie Schinken oder Wurst. Der Wollkrautblütenkäfer kann auch in pflanzlichen Vorräten auftauchen. Hier ernähren sich die Larven aber weniger von den gelagerten Produkten, sondern hauptsächlich von den dort lebenden vorratsschädlichen Insekten. Der Wollkrautblütenkäfer kommt häufig in Wohnungen, Lagern, Teppichhäusern und Museen vor. Er gilt mittlerweile als einer der häufigsten Textilschädlinge. Die Larven zerstören Wolltextilien, Pelze und Felle und richten große Schäden in Insektensammlungen und Tierpräparaten an. Um einen Befall zu vermeiden sollten Sammlungskästen immer insektendicht verschlossen werden. Prophylaktisch kann auch ein lang wirkendes Kontaktinsektizid zugegeben werden. Tritt der Wollkrautblütenkäfer in Lagerhallen auf, so bietet sich das Begasen des Gebäudes mit Stickstoff, Kohlendioxid oder Phosphorwasserstoff an. Auch eine thermische Behandlung mit Hitze oder Kälte kann erfolgreich sein. Zur direkten Bekämpfung im Haushalt können verschiedene pulverförmige Kontaktinsektizide oder Sprühpräparate wie z. B. Pyrethroide eingesetzt werden, die in den Schlupfwinkeln der Larven ausgebracht werden. Zur Vorbeugung gegen einen Befall mit dem Wollkrautblütenkäfer können verschiedene Produkte eingesetzt werden, die ätherische Öle abgeben und dadurch die Schadinsekten vertreiben. Die verwendeten Naturstoffe sind für den Menschen vollkommen ungefährlich.

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