Kopf Trapp SHB UG

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Tabakkäfer

Lasioderma serricorne

Tabakkäfer

Der zu den Nagekäfern zählende Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling und befällt neben Tabak auch eine ganze Reihe weiterer pflanzlicher Lagergüter.

Der braunrot bis braungelb gefärbte Käfer wird bis zu 4 mm lang. Der Halsschild ist genauso breit wie die unregelmäßig punktierten Flügeldecken. Wie bei Arten aus der Familie der Nagekäfer üblich, wird der Kopf von dem kapuzenartig vorragenden Halsschild überdeckt. Auffällig sind die innen gesägten Antennen. Der ganze Körper ist mit kurzen, grauen Haaren bedeckt. Die frisch geschlüpfte Larve ist schlank und sehr beweglich. Ältere Larvenstadien nehmen eine mehr gekrümmte, engerlingsartige Gestalt an. Sie sind gelblich weiß gefärbt, relativ dicht behaart und besitzen eine hellbraune Kopfkapsel, sowie gut ausgebildete Beine. Kurz vor der Verpuppung erreichen die Larven eine Länge von bis zu 4 mm. Die Puppen messen 3 bis 4 mm. Der Entwicklungszyklus des Tabakkäfers ist relativ kurz. Pro Jahr können in geheizten Räumen 3 bis 5 Generationen entstehen. Die Käfer paaren sich i. d. R. bereits wenige Tage, nachdem sie die Puppenwiege verlassen haben. Die Eiablage erfolgt einige Tage nach der Paarung. Innerhalb von ein bis zwei Wochen legt das Weibchen bis zu 100 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an das Brutsubstrat ab. Die frisch geschlüpften Larven bohren sich i. d. R. sogleich tiefer in das Brutsubstrat ein und legen hier ihre Fraßgänge an. Die Larven sind gegenüber Kälte recht empfindlich und können Temperaturen von weniger als 10°C nicht längerfristig tolerieren. Die Entwicklungsdauer ist zum einen von der Temperatur und zum anderen von der Nahrung der Larven abhängig. Bei 25°C vollzieht sich die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer innerhalb von 2 Monaten. Die Puppen des Tabakkäfers ruhen innerhalb des Substrats in einer recht stabilen Puppenwiege, deren Wand aus zusammengeklebten Substratteilchen und Kotpartikeln besteht. Die Puppenwiege wird kurz vor der Verpuppung von den Larven mit Hilfe von Speichelsekret geformt und ist häufig an Verpackungsmaterialien wie Tüten, Schachteln oder Säcken angeheftet. Nach dem Schlupf leben die Käfer ca. 4 bis 5 Wochen. Neben Tabak, Tabakprodukten und Tabaksamen befällt der Tabakkäfer eine Vielzahl von trockenen Nahrungsmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft. Hierzu gehören Getreideprodukte, trockenes Brot, Knäckebrot, Kekse, Zwieback, Paniermehl, Nudeln, Getreidekörner, Kräutertees, Paprika und andere Gewürze, Samen, Tierfutter, Trockenfisch, Suppenwürfel, Reis, Feigen, Datteln, Dörrobst und Kakao. Der von den Käfern angerichtete Schaden entsteht hauptsächlich durch die Fraßtätigkeit der Larven. Befallene Lebensmittel werden durch Kot verunreinigt und sind für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet. Häufig werden insbesondere von den Käfern auch Verpackungsmaterialien zerstört. Der Tabakkäfer wird meist mit befallener Ware verschleppt. Da die Käfer gute Flieger sind, können sie sich aber auch aktiv ausbreiten. Besonders große Schäden richtet die Art in der Tabakindustrie an. Hier werden zur Befallsermittlung Pheromon- und UV-Lichtfallen eingesetzt. Zur eigentlichen Bekämpfung wird die befallene Ware mit Phosphorwasserstoff und Stickstoff begast. Alternativ kann auch Kohlendioxid unter hohem Druck von 20 bis 40 bar eingesetzt werden. Im Haushalt sollte Ware, die vom Tabakkäfer befallen ist, schnell und gründlich entsorgt werden. Sämtliche Entwicklungsstadien werden bei sehr hohen oder besonders tiefen Temperaturen abgetötet. Es bieten sich sowohl eine Hitzebehandlung (60°C für mindestens eine Stunde) oder eine Kältebehandlung (- 20°C für 3 Tage) an.

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