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Großer Kornbohrer

Prostephanus truncatus

Großer Kornbohrer

Die ursprüngliche Heimat des Großen Kornbohrers (Prostephanus truncatus) liegt in Zentralamerika und Mexiko. Von hier aus wurde die zu den Bohrkäfern (Bostrichidae) gehörende Art Anfang der 70er Jahre mit Importmais nach West- und Ostafrika verschleppt.

Aufgrund der geeigneten klimatischen Bedingungen, sowie des schlecht organisierten Vorratsschutz-Systems in vielen afrikanischen Staaten richtet der Große Kornbohrer hier beträchtliche Schäden an. Bei gelagertem Mais können bis zu 40 % vernichtet werden. Die Art gelangt regelmäßig mit Mais-Importen auch nach Mitteleuropa und kann hier ähnliche Schäden verursachen. Neben Mais wird auch getrockneter Maniok befallen. Die Käfer können sich in mäßig harte Materialien wie z. B. Holz einbohren und treten daher auch als Materialschädlinge in Erscheinung. Die Körperlänge der braun gefärbten Käfer beträgt 2,2 bis 4,3 mm. Die 10-gliedrigen Antennen weisen einen eher rötlichen Farbton auf. Die letzten 3 Antennenglieder sind stark vergrößert und bilden zusammen eine deutlich abgesetzte Fühlerkeule. Der Halsschild wölbt sich kapuzenförmig über den Kopf. Die Flügeldecken sind stark punktiert und fallen am hinteren Ende steil ab, so dass sie von oben betrachtet wie waagerecht abgeschnitten erscheinen. Die Larven sind hell gefärbt und erreichen vor der Verpuppung eine Länge von 4 bis 5 mm. Die Käfer richten enorme Schäden an, indem sie Gänge in Maiskörner fressen. Ausgehend von einem Hauptgang werden zahlreiche Seitengänge angelegt, in die die Weibchen jeweils 4 bis 8 Eier ablegen. Insgesamt kann ein einzelnes Weibchen 300 bis 500 Eier ablegen. Die Larven schlüpfen nach 3 bis 7 Tagen und ernähren sich zunächst von Fraßmehl, das die Käfer hinterlassen haben. Später bohren sie sich tiefer in die Gänge ein und legen neue Tunnel in den Maiskörnern an. Der Entwicklungszyklus der Art ist recht kurz. Unter geeigneten Bedingungen beträgt er lediglich 25 Tage. Der Große Kornbohrer ist somit ein typischer Vorratsschädling, der v. a. in gelagertem Mais auftritt. Befallene Ware ist von Kotpartikeln, leeren Larven- und Puppenhüllen sowie von Mehlstaub durchsetzt. Lokal kann die Feuchtigkeit im Brutsubstrat durch die Stoffwechselaktivität der Tiere stark ansteigen und es setzt ein verstärktes Pilzwachstum ein. Dies wiederum führt dazu, dass sich verschiedene Milbenarten explosionsartig vermehren können. Um einem Befall mit dem Großen Kornbohrer vorzubeugen, sollten leere Lagerräume vor der Neueinlagerung von Mais gründlich gesäubert werden. In Lebensmittelverarbeitenden Betrieben kann befallenes Lagergut mit Phosphorwasserstoff, Stickstoff oder Kohlendioxid begast werden. Bei einer Begasung ist selbstverständlich darauf zu achten, dass die Gebäude für mehrere Tage gasdicht verschlossen werden müssen. Bei einem Auftreten im Privathaushalt sind befallene Lebensmittel schnell und gründlich zu entsorgen. Um alle Entwicklungsstadien sicher abzutöten, sollten Nahrungsmittel, die mit dem Großen Kornbohrer befallen sind für mehrere Tage in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden. Falls eine direkte Bekämpfung der Käfer im Haushalt notwendig werden sollte, so können giftfreie Präparate wie Kieselsäure-Produkte oder verschiedene Kontaktinsektizide eingesetzt werden.

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